Monatsarchiv: April 2015

Erdbeben in Nepal

Da habe ich aber Glück gehabt, daß ich mir all die schönen Bauwerke noch anschauen konnte. Für alle, die mal vergleichen möchten: mein Foto:

vorher

Photo: courtesy of Shishir Khanal – https://www.facebook.com/TrekkingVenueNepal – All rights reserved

jetzt: nach dem Beben Gleicher Ort – man sieht rechts sogar noch die Bambusstangen des Baugerüsts.

Kategorien: 2015, Kathmandu, Nepal | Schlagwörter: , , , , , , , | 4 Kommentare

Eine Woche in Gizeh – Teil 3

Ganz zum Schluss meiner Ägypten-Reise zeige ich euch heute noch, wie es in Gizeh aussieht, wenn man aus dem touristischen Viertel hinausgeht. So lebt der durchschnittliche Stadtmensch.

Das Brot wird frisch gebacken an der Straße zum Verkauf angeboten. Die zahlreichen Kamele hier sind allerdings kein gängiges Fortbewegungsmittel. Es sind die Tiere, die bei den Pyramiden als Touristenattraktion arbeiten und morgens hin und abends wieder in den Stall gebracht werden.

Schlecht ist allerdings, daß an der Straße die dicken LKWs ihre Dieselfahnen über das Brot blasen. Das hat meine Impression vom frischen Brot am Wegesrand stark getrübt.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegen die stinkenden Mülltüten und werden von allerlei Getier von außen und innen zerfressen und geplündert.

Das absolute Highlight war jedoch der Kanal, der ab hier oberirdisch fließt – mehr oder weniger.

Wer findet den Vogel?

Auf dem Auto steht irgendetwas wie „Allah ist groß“. Ich frage mich, ob er das gutheißen würde. War ja schließlich seine Erfindung, die die Herrschaften hier kaputt machen.

Interessanterweise kann man den ganzen Kanal entlang genau sehen, wo sich die Türen der Häuser befinden.

Fische. Ob ihr es glaubt oder nicht, ein paar hundert Meter weiter saßen tatsächlich zwei Männer in einem Boot und haben ein Netz mit Fischen herausgezogen.

Die alltägliche Müllentsorgung:

In einem Laden fällt natürlich etwas mehr Müll an

Noch ein wenig hübschere Impressionen

ein Schuhputzer mit Katze

Bäckerei – hier kommt das frische Brot her, das dann am Straßenrand verkauft wird. (siehe oben) Für 1 ägyptisches Pfund (EUR -,12) gibt es zwei bis drei dieser leckeren Brote.

Sofern ihr dieses Video zum Laufen bringt, könnt ihr sehen, wie in Ägypten Wohnungen vermietet werden. Die Häuser werden im Rohbau fertiggestellt und der Mieter kann sich eine Wohnung aussuchen und zieht mit Möbeln und eigenen Fenstern ein. Somit spart sich der Bauherr, hunderte Fenster einzubauen, die den Mietern später nicht gefallen. Und an den eingebauten Fenstern sieht man, daß es offenbar sehr unterschiedliche Fenster-Geschmäcker gibt. Ägypter…

Wer noch ein paar kurze Videos anschauen möchte, die ich unterwegs aufgenommen habe, der klickt sich zu Youtube.

Kategorien: 2015, Ägypten, Gizeh | 2 Kommentare

Eine Woche in Gizeh – Teil 2

Das ist die Fortsetzung meines Berichts zu Gizeh. Außer den Hauptattraktionen in Gizeh, den Pyramiden, hat mich die Randbebauung interessiert. Rund um die Cheops-Pyramide, also die älteste der drei großen Pyramiden auf dem Gizeh-Plateau, haben sich zahllose Amts- und Würdenträger aus dem Umfeld der Pharaonen in sogenannten Mastabas bestatten lassen. Auch um die anderen beiden Pyramiden findet man solche Gräber. Eine Mastaba zeichnet sich durch ihre Bauart aus: Ein teilweise verzierter Pyramidenstumpf in dessen Innerem sich ein verzweigter Gang mit mehreren Scheintüren befindet führt schließlich zu einem bis zu 16 Meter tiefen Abstieg, der zur eigentlichen, schmucklosen, in den Fels gehauenen Grabkammer führt.

Mastaba-Aufbau – Wikipedia – Urheber unbekannt

Wenn die Wände über die Jahre verschwunden sind, sieht es so aus:

die ist allerdings für Anschauungszwecke so konserviert

Ist das Bauwerk abgetragen worden, bleibt nur noch das Loch übrig. Die Gegend ist voller Teile, die aus dem Sand ausgegraben wurden. Und so zerbrochen sie auch sein mögen, immerhin hat jedes dieser Teile schon Gebäude geziert als die Christen gerade einmal mit ihrer Zeitrechnung begonnen haben. Vielmehr waren diese Steine damals schon ein- oder zweitausend Jahre alt. Mastabas sehen außen schöner aus als innen: Die besterhaltenen Mastabas sind zum Schutz vor Leuten wie mir mit Türen verschlossen. Die man aber mit etwas Geschick aufbekommt und sich das Innere ansehen kann. Was auch immer über der verschlossenen Tür steht

Tritt ein, Fremder

und der Fluch des Pharao

wird Dich und die Kinder Deiner Kinder

dahinraffen. (grobe Übersetzung)

Hoppla, da ist das Schloß vom Gitter (fast) von allein aufgegangen und ich konnte mir die Arbeit der Archäologen anschauen: Man sieht zwei ziemlich sauber aus dem Felsen gehauene Schächte, die nach unten führen. Der vordere ist noch mit Sand und Dreck gefüllt, während der hintere schon freigelegt ist. Man sieht am Boden des Schachtes prima den Weg zur Grabkammer. Da ich nicht wusste, ob und wann die Herren und Damen Ausgräber wiederkommen, wollte ich hier nicht runtersteigen. Entweder bin ich gerade unten, wenn sie kommen und das hätte sicher richtig Ärger gegeben, oder ich Falle in die Tiefe, niemand kommt und ebenso hört hier niemand mein Rufen. (andererseits hätten sie mich vielleicht irgendwann als Mumie ausgestellt) Es war übrigens auch überhaupt nicht so hell, wie mein blitzbelichtetes Foto suggeriert und Fackeln hatte ich keine im Gepäck. In einer anderen Mastaba sah der Schacht zur Grabkammer so aus:

da ist noch so mancher Eimer Erde rauszutragen, bis man den Weg zum Grab freigelegt hat.

Ist das ein uralter Plattenspieler? Liegt hier ein berühmter DJ aus der Pharaonenzeit begraben? Nein, es ist ein Getreidestein, auf den ein Mühlstein mit Handkurbel aufgesetzt wurde. Noch heute werden solche Dinger in Tibet benutzt und sehen so aus:

„Bundesarchiv Bild 135-BB-152-11, Tibetexpedition, Tibeter mit Handmühle“ von Bundesarchiv, Bild 135-BB-152-11 / Beger, Bruno / CC-BY-SA. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons

Nicht alles, was aussieht wie eine Tür, ist auch eine.

oder vielleicht doch?

Beeindruckt hat mich die Bautechnik, bei der Steine zu einem Teil grob behauen und zum anderen fein geglättet wurden, so daß der Anschein entsteht, es wären zwei Arten Steine verbaut worden. Von innen ist der Verriegelungs-Mechanismus noch gut zu sehen. Nur auf einer Seite befindet sich die Aussparung zum Einhängen des Verschlußsteines, der nach dem Absenken die Tür von innen bündig schließt. Mal links, mal rechts. Aber immer nur an einer Seite Manches hat der Wind komplett mit Sand bedeckt Anderes ist so schön verweht, daß es ein prima Fotomotiv abgibt Tiefe Schächte Löcher im Dach Jede Menge Gelegenheiten, irgendwo hinein zu fallen. Wer aber aufpaßt, findet viele Türen, die offen stehen und, mehr oder weniger, zum Erforschen einladen Renoviert wird auch fleißig

Die Wächter am Eingang sprechen eine deutliche Sprache.

Ich verstehe nur Ankh

4000 Jahre alte Malereien

Solche Mastabas zeigen, wie eng hier einst nebeneinander begraben wurde

achtet mal auf die erdbebensichere und statisch wertvolle Konstruktion der untersten sichtbaren Reihe. Der dritte Stein ist schon eine Meisterleistung der Stabilität

um die Ecke wurde ebenso geschickt gebaut. Der große Stein passt perfekt.

Und wer sich nun fragt, von welcher Steingröße der Herr Verreisende hier spricht, denn aus diesem Bild kann man die Größe nur schwer erkennen: der schaut mal hier

Selbstauslöser drücken, hinrennen, entspannt hinstellen

Und überall wurden schöne Steinmetzarbeiten eingebaut und werden heute von den Einheimischen beschmiert

Anubis, der Gott der Toten, rechts, eigentlich nur der Wüstenfuchs

Teil 3 gibt es hier.

Kategorien: 2015, Ägypten, Gizeh | Schlagwörter: , , , | Ein Kommentar

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.