Marrakesch – Jan 2016

Eine Woche Sonne und süßes Nichtstun, während die Heimat vor Kälte zittert.

Auf meiner Auswahlliste standen zwei Ziele: Istanbul und Marrakesch. Da ich Marrakesch schon kannte, war Istanbul meine erste Wahl. Expedia hatte ein prima Angebot für ein Hotel, das weder zu nah an der Innenstadt, noch zu weit entfernt von allem lag. In unmittelbarer Nähe der Blauen Moschee. Leidglich der Hinweis meiner türkischen Kollegen, in Istanbul sei im Januar mit reichlich Regen zu rechnen, hat mich dann doch nach Marrakesch reisen lassen. Dort konnte ich am 12. Januar 2016 vom Selbstmordanschlag lesen und ein Vergleich mit meiner Hotel-Karte auf Expedia zeigte, daß mein Hotel und der Tatort ziemlich deckungsgleich waren.

Wer immer mein Schicksal lenkt, er ist stets etwas langsamer als ich: nach dem ersten Marrakesch-Besuch wurde das von uns besuchte Café Argana gesprengt, nachdem ich in Kathmandu war, wurde es von einem Erdbeben plattgemacht, bei meinem Ausflug nach Pokhara in Nepal bin ich mit dem Bus von Kathmandu aus hingefahren und mit dem klapperigsten Flugzeug, das man sich vorstellen kann zurückgeflogen. Letzte Woche ist es (oder eines seiner maladen Geschwister) abgestürzt. Und plötzlich macht die Seite im Bord-Magazin Sinn, die ich damals höchst irritiert herausgerissen und mitgenommen habe, weil mir sonst eh niemand geglaubt hätte, daß sowas an Bord ausliegt. Hier ist sie (Übersetzung unten):

Punkt 3 – Nehmen Sie an unserem Frequent Beinahe-verfehlt Programm teil.

Punkt 4 – In unseren Flugzeugen ist überall Rauchersektion.

Punkt 5 – Fragen Sie uns zu außergerichtlicher Einigung.

Punkt 8 – Kostenloser Champagner während des freien Falls.

Punkt 10 – Die Kinder werden unsere aufblasbaren Notrutschen lieben.

Punkt 12 – Was fällt schneller: unser Aktienkurs oder das Flugzeug?

Punkt 13 – All unsere Piloten sind sterbenskrank und haben nichts zu verlieren.

Punkt 15 – Terroristen haben Angst, mit uns zu fliegen.

Punkt 18 – Der Typ, der ins Weiße Haus gekracht ist, war einer unserer besten Piloten.

Punkt 19 – Fliege mit uns und freu Dich auf einen zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt auf unsere Kosten.

Mal sehen, wie lange ich noch schneller als mein Schicksal bin. Bis dahin genieße ich die schönen Orte der Erde.

Marrakesch war mir – wie erwähnt – nicht neu. Vieles kannte ich schon, eine perfekte Gelegenheit also, einfach mal nichts zu tun.

Die engen Gassen haben es mir besonders angetan. Zwischen heruntergekommenen Häusern findet sich ab und zu eine schöne Tür oder die Sonne zaubert beruhigendes Licht in die finsteren Durchgänge. Das sieht dann so aus (wie immer ist eine größere Version des Fotos mittels Klick auf’s Bild verfügbar):

 

So sah mein Spazierweg aus. Todesmutig ins Dunkel gestürzt ohne auch nur ansatzweise zu wissen, wohin es führt. (Ich habe die Abschnitte meines Weges übrigens fotografiert, damit ich notfalls anhand der Fotos wieder zurückfinde.):

 

rechts rum

 

bis zum Ende durch

 

und in den nächsten Weg eingebogen

 

 

 

und mal links rum

 

ins Dunkle

 

 

 

ein winziger Durchgang

 

 

und schwupp, wird es wieder schön

 

Nach zwei Ecken ist man mit einem Mal wieder im Leben und steht plötzlich im Souk

 

Solche Spaziergänge unternimmt der Moppi, wenn er keinen Plan und kein Ziel hat. Keinerlei Sehenswürdigkeiten, dafür aber die Geräusche und Gerüche des einfachen Lebens.

 

Ein anderer Ausflug hat mich über ähnliche Irrwege in die Mellah, das jüdische Viertel Marrakeschs geführt.

 

Ein Markt, auf dem ich mich mit Obst und Gemüse versorgen konnte.

 

Ein interessantes kleines Gewicht

 

Der jüdische Friedhof

 

 

 

Von der Jahreszahl des jüdischen Kalenders müssen 3761 Jahre abgezogen werden, um auf unsere Jahreszahl zu kommen.

 

Taubenschatten

 

Wo war ich denn noch? Ach ja: Jardin Majorelle, ein Stadtgarten, ehemals angelegt vom Maler Jacques Majorelle, später vergessen und verfallen, 1980 von Yves Saint-Laurent gekauft und wiederbelebt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

mein Lieblingsfoto in dieser Serie

 

 

 

 

 


Ein sehr angenehmer Aufenthaltsort für einen 14. Januar. Viel Schatten, um nicht der glühenden Hitze ausgesetzt zu sein.

 

 

 

 

Mehr folgt in einem anderen Artikel.

 

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